Sanierungsstau: wie du ihn in einer Wohnung erkennst, bevor du kaufst
Das gilt für den Kauf einer Wohnung und eines Hauses. Wer ein Haus kauft, schaut mit demselben Blick auf die eigenen Wände, das Dach und den Keller.
Sanierungsstau heißt: Arbeiten, die ein Haus nicht bekommen hat, als es sie gebraucht hätte. Der Energieausweis hört bei dem auf, was sich berechnen lässt. Die Beschlusssammlung hört bei dem auf, was beschlossen wurde. Was du mit eigenen Augen siehst, ist die dritte Quelle.
In der Wohnung
Sechs Stellen, an denen du hinschauen solltest:
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Die Fenster. Schau dir die Rahmen von innen an. Holz, das aufgequollen oder vielfach überstrichen ist, verhärtete oder gerissene Dichtungen, Einfachverglasung, wo der Rest des Hauses doppelt verglast ist. Fühl an den Rändern, ob es zieht. Fenster sind teuer.
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Die Heizkörper und sichtbaren Leitungen. Moderne Flachheizkörper deuten auf eine Teilmodernisierung hin. Hohe Rippenheizkörper aus Guss deuten auf ein unberührtes System. Folge den Leitungen: Neue Heizkörper an alten Rohren heißen, dass nur der sichtbare Teil getauscht wurde.
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Der Sicherungskasten. Ein moderner Kasten mit FI-Schalter und klar beschrifteten Kreisen ist ein gutes Zeichen. Eine Reihe alter Schmelzsicherungen heißt, dass die Elektrik seit Jahrzehnten nicht angefasst wurde. Eine neue Elektrik im Altbau ist eine große Arbeit.
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Das Bad und die Fugen. Vergilbte oder gerissene Silikonfugen, Fliesen mit Sprüngen an den Ecken, eine Wannenverkleidung, die nachgibt, ein feuchter Geruch hinter der Toilette. Bei einem frisch renovierten Bad lohnt die Frage, ob die Abdichtung fachgerecht gemacht wurde.
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Die Wände an Außenecken, und hinter Möbeln. Wärmebrücken zeigen sich als dunkle Flecken, Verfärbungen oder eine kühlere Wand. Bitte darum, hinter einen Schrank an einer Außenwand schauen zu dürfen.
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Heizung und Warmwasser in der Wohnung. Gastherme an der Wand, Nachtspeicheröfen oder Anschluss an die Fernwärme. Notier dir das Baujahr auf jedem Typenschild. Alles, was älter als fünfzehn Jahre ist, ist näher am Ende als am Anfang. Was das Gesetz beim Austausch verlangen kann, steht in Frage 5.
Im gemeinsamen Haus
Du hast die Wohnung gesehen. Jetzt geh hinaus. Das Haus drumherum ist ein eigenes Dokument, und es schreibt sich jeden Tag neu.
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Das Treppenhaus. Der erste Raum, den jeder Käufer betritt, und das wahre Selbstporträt der Gemeinschaft. Abgestoßene Wände oder frische Farbe, funktionierende Lampen oder eine Reihe kaputter Birnen, saubere Fenster oder Staub auf den Simsen, der Geruch von nichts oder von Feuchtigkeit. Ein gepflegtes Treppenhaus ist keine Frage der Optik. Es zeigt einen Verwalter und eine WEG, die sich kümmern.
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Fassade und Dach. Schau dir die Fassade von der Straße an. Dann geh auf den Hof und schau noch einmal. Fotos entstehen meist von der Straße aus. Auf der Hofseite sieht man Risse im Putz, feuchte Stellen unter den Fenstern und den Zustand von Dachrinnen und Fallrohren am besten.
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Der Keller. Bitte darum, ihn zu sehen. Such die Heizungsanlage und lies Baujahr und letzte Prüfplakette. Achte auf die Luftfeuchtigkeit. Schau nach Rissen in Bodennähe. Prüf, ob die Kellerabteile trocken sind oder dunkle Flecken zeigen. Der Keller lügt nicht. Glaub dem Geruch.
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Hof und gemeinsame Außenflächen. Ein Fahrradkeller voller Räder, die niemandem mehr gehören, überquellende Mülltonnen, ein Garten, den seit dem letzten Herbst niemand angefasst hat. Das sind keine Fragen der Optik. Sie zeigen, worum sich die Gemeinschaft nicht mehr kümmert.
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Haustür, Fenster, Briefkästen, Klingel und Licht. Kleine Dinge erzählen dasselbe wie das Treppenhaus, im Kleinen.
Die Fragen, die du stellen solltest, und wie drei Quellen zusammen die Wahrheit zeigen
Was bleibt, ist die Frage an die Menschen, die wissen, was dein Auge bei einer Samstagsbesichtigung nicht sieht.
An den Verkäufer:
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Was wurde in den letzten fünfzehn Jahren saniert, wenn möglich mit Datum und Firma?
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Welche Arbeiten sind offen oder geplant, etwas Begonnenes, das nicht fertig wurde?
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Gab es Wasserschäden in dieser Wohnung oder in den Wohnungen darüber und darunter?
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Warum verkaufen Sie? Hör darauf, wie die Antwort landet, nicht nur, was sie sagt.
An den Verwalter, wenn möglich schriftlich:
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Sind Sonderumlagen in den nächsten zwölf bis vierundzwanzig Monaten beschlossen oder absehbar?
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Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage aktuell?
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Gibt es anhängige Verfahren, die die Gemeinschaft treffen können?
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Welche Arbeiten am ganzen Haus, Dach, Fassade, Heizung, Leitungen, Treppenhaus, sind geplant oder in Diskussion?
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Darf ich die Beschlusssammlung und die letzten drei Protokolle einsehen?
An die Nachbarn:
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Wie fühlt sich das Haus im Januar an, wenn es richtig kalt ist?
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Was geht hier kaputt, und wie schnell reagiert der Verwalter?
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Was hätten Sie gern gewusst, bevor Sie eingezogen sind?
Dann lies deine drei Quellen zusammen:
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Der Energieausweis aus Frage 5 sagt dir, was das Haus verbraucht.
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Die Beschlusssammlung aus Frage 4 sagt dir, was die Gemeinschaft entschieden hat und was kommt.
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Dein eigenes Auge sagt dir, was beide Papiere nicht zeigen.
Keine Quelle reicht allein. Der Ausweis kann sauber aussehen, während der Keller eine andere Geschichte erzählt. Die Beschlüsse können still sein, während die Fassade abblättert. Dein Auge kann übersehen, was eine Versammlung vor zwei Jahren beschlossen hat. Zusammen gelesen zeigen sie dir, was die nächsten zehn Jahre hier wirklich kosten werden.